Rentenpaket III: Die größte Reform seit zwei Jahrzehnten
Die Bundesregierung hat die Weichen für eine fundamentale Neuausrichtung der Rentenpolitik gestellt.
Mit dem Generationenkapital wird erstmals eine kapitalgedeckte Komponente in das umlagefinanzierte
System integriert.
Johannes Steffen12 Min. Lesezeit
Rentenniveau-Prognose bis 2045
Mit Generationenkapital stabilisiert sich das Rentenniveau bei 48%
Schwerpunktthemen 2026
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⭐ Hauptanalyse
Rentenversicherung12 Min.
Das Rentenpaket III: Generationenkapital als Gamechanger?
Nach monatelangen Verhandlungen hat die Bundesregierung die Details des Generationenkapitals vorgestellt.
Ab 2026 fließen jährlich 12 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt in einen neu geschaffenen Kapitalstock.
Die Kernelemente der Reform
Das Generationenkapital markiert einen Paradigmenwechsel in der deutschen Rentenpolitik.
Erstmals seit Einführung der umlagefinanzierten Rentenversicherung 1957 wird eine kapitalgedeckte
Komponente systematisch in das System integriert.
💡 Die wichtigsten Fakten
Volumen: 12 Milliarden Euro jährlich ab 2026
Ziel: 200 Milliarden Euro Kapitalstock bis 2045
Rendite: Erwartete 4-5% pro Jahr (nach Inflation)
Verwendung: Erträge stabilisieren ab 2035 die Beitragssätze
Geplante Vermögensaufteilung des Generationenkapitals
Kritische Stimmen und Risiken
Der Sozialverband VdK warnt vor Kapitalmarktrisiken. Simulationen zeigen, dass bei einer
schweren Finanzkrise die Erträge für mehrere Jahre wegfallen könnten.
Rentenversicherung
Rentenanpassung 2026: +2,8% zum 1. Juli
Die Renten steigen zum 1. Juli 2026 um 2,8 Prozent. Dies entspricht der durchschnittlichen Lohnentwicklung
des Vorjahres und liegt über der aktuellen Inflationsrate von 2,1 Prozent.
Hintergrund der Anpassung
Die Rentenanpassung folgt der Lohnentwicklung mit einjähriger Verzögerung. Die gute Konjunktur
2025 führte zu deutlichen Lohnsteigerungen, die sich nun in höheren Renten niederschlagen.
Der Bundestag hat Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente beschlossen. Die Zurechnungszeit
wird bis 2031 schrittweise auf das 67. Lebensjahr angehoben.
Was ändert sich konkret?
Die Zurechnungszeit - also die Zeit, die bei der Rentenberechnung so behandelt wird, als hätte
man weitergearbeitet - wird deutlich ausgeweitet. Dies führt zu höheren Erwerbsminderungsrenten.
Auswirkungen für Betroffene
Durchschnittlich steigen die Erwerbsminderungsrenten um etwa 150 Euro monatlich. Besonders
jüngere Betroffene profitieren von der Reform.
Grundsicherung
Bürgergeld 2026: Regelsätze steigen auf 563 Euro
Zum Jahreswechsel sind die Bürgergeld-Regelsätze um 3,8 Prozent gestiegen. Gleichzeitig wurden
die Sanktionsregelungen verschärft.
563€Regelsatz
+3,8%Steigerung
5,2 Mio.Empfänger
Neue Regelsätze im Überblick
Die Erhöhung folgt der Preisentwicklung. Neben Alleinstehenden profitieren auch Familien:
Alleinstehende/Alleinerziehende: 563€ (+21€)
Paare je Partner: 506€ (+19€)
Jugendliche 14-17 Jahre: 471€ (+17€)
Kinder 6-13 Jahre: 390€ (+14€)
Verschärfte Sanktionsregelungen
Bei wiederholten Pflichtverletzungen können Leistungen um bis zu 30% gekürzt werden.
Sozialverbände kritisieren dies als Widerspruch zur Sozialstaatsgarantie.
Grundsicherung
Sanktionsquote steigt sprunghaft an
Nach der Verschärfung der Mitwirkungspflichten melden Jobcenter einen Anstieg der Sanktionen um 35%.
Besonders betroffen sind Meldeversäumnisse.
Entwicklung der Sanktionen
Die neuen Weisungen lassen Sachbearbeitern weniger Ermessensspielraum. Erste Zahlen zeigen
einen deutlichen Anstieg der verhängten Kürzungen.
Grundsicherung
Wohngeld-Reform: Höhere Zuschüsse ab März 2026
Die Wohngeldreform bringt deutliche Verbesserungen. Durchschnittlich steigen die Zuschüsse um
190 Euro monatlich. 2,2 Millionen Haushalte profitieren.
Die wichtigsten Änderungen
Das Wohngeld wird an die gestiegenen Energiekosten angepasst. Zudem werden die Einkommensgrenzen
angehoben, sodass mehr Haushalte anspruchsberechtigt sind.
Regionale Unterschiede
In Ballungszentren steigt das Wohngeld stärker als in ländlichen Regionen, da dort die
Mieten überproportional gestiegen sind.
Pflegeversicherung
Pflegebeitrag steigt auf 3,7 Prozent
Die Pflegeversicherung steht vor dem Kollaps. Trotz der Beitragserhöhung auf 3,7 Prozent droht
bereits 2027 die nächste Anpassung. Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt schneller als erwartet.
Entwicklung der Pflegebedürftigen
Bis 2030 wird die Zahl der Pflegebedürftigen nach aktuellen Projektionen von 5,4 auf
6,2 Millionen steigen. Besonders stark ist der Anstieg in der stationären Pflege.
Pflegeversicherung
Eigenanteile im Pflegeheim durchbrechen 3.000€-Marke
Für viele Rentner wird das Pflegeheim zur Armutsfalle. Im Bundesdurchschnitt müssen Bewohner nun
3.100 Euro monatlich aus eigener Tasche zuzahlen. Ein neuer Höchststand.
Dramatische Kostensteigerung
Die Eigenanteile sind seit 2020 um über 40% gestiegen. Hauptursachen sind gestiegene Personalkosten
und höhere Investitionskosten.
Die Sozialhilfequote in Heimen ist auf über 40% gestiegen. Experten fordern eine "Vollversicherung".
Gesundheitspolitik
Pflegenotstand: 200.000 Stellen unbesetzt
Der Fachkräftemangel in der Pflege erreicht einen neuen Höhepunkt. Bundesweit sind 200.000 Stellen
unbesetzt. Viele Pflegeheime müssen Aufnahmestopps verhängen.
Ursachen des Mangels
Niedrige Löhne, hohe Arbeitsbelastung und schlechte Arbeitsbedingungen führen dazu, dass
immer mehr Pflegekräfte den Beruf verlassen. Die Politik reagiert mit Ausbildungsoffensiven.
Geplante Gegenmaßnahmen
Die Bundesregierung plant eine Pflegeoffensive mit höheren Löhnen, besseren Arbeitsbedingungen
und einer Reform der Pflegeausbildung.
Arbeitsmarkt
Fachkräftemangel erreicht Rekordhoch
Der deutsche Arbeitsmarkt kämpft mit dem größten Fachkräftemangel seit der Wiedervereinigung.
2,1 Millionen Stellen sind unbesetzt. Besonders betroffen: Gesundheit, IT und Handwerk.
Verteilung nach Branchen
Der Mangel ist ungleich verteilt. Während in der Pflege 620.000 Stellen fehlen, sind es
in der IT 480.000 und im Handwerk 390.000 Positionen.
Geplante Gegenmaßnahmen
Die Bundesregierung will die Einwanderung qualifizierter Fachkräfte erleichtern. Geplant sind
schnellere Anerkennungsverfahren und ein Punktesystem nach kanadischem Vorbild.
Arbeitsmarkt
Arbeitslosenquote sinkt auf 5,4 Prozent
Die Arbeitslosenquote ist im Januar auf 5,4 Prozent gesunken - der niedrigste Wert seit
drei Jahren. 2,51 Millionen Menschen sind arbeitslos gemeldet.
5,4%Arbeitslosenquote
-0,2 PPVeränderung
2,51 Mio.Arbeitslose
Positive Konjunkturentwicklung
Die gute Wirtschaftslage führt zu steigender Beschäftigung. Besonders der Dienstleistungssektor
schafft neue Jobs. Die Langzeitarbeitslosigkeit bleibt jedoch problematisch.
Regionale Unterschiede
Während in Bayern und Baden-Württemberg Vollbeschäftigung herrscht, kämpfen strukturschwache
Regionen weiterhin mit hoher Arbeitslosigkeit.
Arbeitsmarkt
Mindestlohn steigt auf 13,50 Euro
Der gesetzliche Mindestlohn wird zum 1. Januar 2027 auf 13,50 Euro angehoben. Dies entspricht
einer Steigerung von 6,3 Prozent. 6,2 Millionen Beschäftigte profitieren.
Hintergründe der Erhöhung
Die Mindestlohnkommission empfiehlt die Anhebung aufgrund der Inflationsentwicklung und
gestiegener Lebenshaltungskosten. Arbeitgeberverbände kritisieren die Höhe der Erhöhung.
Auswirkungen auf die Wirtschaft
Ökonomen rechnen mit steigenden Arbeitskosten, aber auch mit höherer Kaufkraft.
Besonders betroffen sind Branchen wie Gastronomie und Einzelhandel.